Die richtige Wohnungsgröße finden – so geht’s wirklich
Aktualisiert am 08.09.2026. Die passende Wohnungsgröße hängt von Ihrem Alltag, dem Grundriss und Ihrem Budget ab. Eine gut aufgeteilte Wohnung kann mehr nutzbaren Raum bieten als eine größere mit langen Gängen oder Durchgangszimmern.
Quadratmeter vergleichen: Welche Fläche ist gemeint?
Prüfen Sie in Exposé, Grundriss und Vertrag, welche Berechnung der angegebenen Fläche zugrunde liegt. Wohnfläche, Nutzfläche und Außenflächen dürfen nicht ungeprüft gleichgesetzt werden. Balkon, Terrasse, Garten und Keller sollten getrennt ausgewiesen und ihrer tatsächlichen Nutzbarkeit entsprechend bewertet werden.
Für die Nutzfläche nach dem Mietrechtsgesetz werden Loggien grundsätzlich mitgerechnet; offene Balkone und Terrassen dagegen nicht. Bei der Nutzflächenermittlung nach § 17 MRG zählt die Bodenfläche; Dachschrägen werden nicht allein wegen der geringeren Raumhöhe pauschal gekürzt. Entscheidend sind der konkrete Berechnungszweck und die anwendbaren Vorschriften.
Quelle: Arbeiterkammer Wien: Nutzfläche und Betriebskosten; AK-Ratgeber: Nutzfläche und Dachschrägen.
Wie viele Räume brauchen Sie tatsächlich?
Erstellen Sie zuerst eine Raumliste. Unterscheiden Sie zwischen täglich benötigten Bereichen und gelegentlichen Wünschen. Ein Gästezimmer, das nur selten gebraucht wird, kann zugleich als Arbeitszimmer dienen. Bei gleichzeitigen Videokonferenzen oder unterschiedlichen Schlafzeiten sind getrennte Räume dagegen besonders hilfreich.
- Wie viele Personen wohnen dauerhaft oder regelmäßig in der Wohnung?
- Welche Schlaf- und Rückzugsräume werden gleichzeitig benötigt?
- Braucht Homeoffice eine ruhige, abschließbare Tür?
- Wo finden Kleidung, Sportgeräte, Kinderwagen und Vorräte Platz?
Singles und Paare: Aufteilung vor Größe
Ein abgetrennter Schlafbereich, ein sinnvoller Arbeitsplatz und ausreichend Stauraum können wichtiger sein als zusätzliche Quadratmeter. Zeichnen Sie Ihre vorhandenen Möbel maßstäblich in den Grundriss ein. Achten Sie darauf, dass Türen, Schubladen und Laufwege frei bleiben.
Beim Zusammenziehen lohnt sich eine gemeinsame Inventarliste. Planen Sie nicht automatisch Platz für zwei vollständige Hausstände, sondern entscheiden Sie, was tatsächlich mitkommen soll.
Familien: Rückzug, Alltag und Veränderung
Kinderzimmer sollten zum Alter und zum Alltag passen. Prüfen Sie, ob Bett, Schreibtisch und Stauraum praktisch unterzubringen sind und ob ein Zimmer später anders genutzt werden kann. Ein Durchgangszimmer bietet weniger Rückzug als ein separat zugänglicher Raum.
Kurze Wege zum Bad, sichere Abstellmöglichkeiten und ein geeigneter Platz für Kinderwagen erleichtern den Alltag. Ein Keller ist zusätzlicher Stauraum, ersetzt aber keinen bewohnbaren Raum. Ein Garten ergänzt die Wohnung, macht fehlende Innenräume jedoch nicht automatisch entbehrlich.
Lage und Wohnfläche gemeinsam betrachten
Vergleichen Sie nicht nur Miete oder Kaufpreis. Rechnen Sie Arbeitswege, Mobilitätskosten und Zeitaufwand mit. Gute Nahversorgung oder öffentliche Verkehrsmittel können im Alltag einen deutlichen Unterschied machen. Besichtigen Sie die Umgebung auch zu den Zeiten, zu denen Sie sie später nutzen werden.
Das gesamte Wohnbudget zählt
Trennen Sie Miete beziehungsweise Kreditrate, Betriebskosten, Energie und sonstige Aufwendungen. Bei Eigentum kommen insbesondere Rücklage und mögliche Erhaltungsaufwendungen hinzu. Diese Positionen sollten nicht pauschal als mietrechtliche Betriebskosten zusammengefasst werden. Lassen Sie sich die aktuelle Vorschreibung und vorhandene Abrechnungen zeigen.
Quelle: Arbeiterkammer: Abrechnungen bei Eigentumswohnungen.
Checkliste für die Besichtigung
- Stimmen angegebene Flächen und Grundriss nachvollziehbar überein?
- Sind alle wichtigen Räume gut möblierbar?
- Gibt es ausreichend Licht, Lüftungsmöglichkeiten und Stauraum?
- Passen Zugänge, Stufen und Lift zu Ihren langfristigen Bedürfnissen?
- Bleibt nach allen laufenden Wohnkosten eine finanzielle Reserve?
- Lässt sich die Wohnung bei geänderten Lebensumständen weiter sinnvoll nutzen?
Häufige Fragen
Gibt es eine ideale Quadratmeterzahl pro Person?
Eine einzige Zahl beantwortet die Frage nicht. Raumaufteilung, gleichzeitige Nutzung, persönliche Bedürfnisse und Budget sind die bessere Entscheidungsgrundlage. Prüfen Sie außerdem objektbezogene Förder- oder Belegungsvoraussetzungen, wenn diese relevant sind.
Wie viel Platz benötigt Homeoffice?
Testen Sie Ihren konkreten Arbeitsplatz im Grundriss: Tisch, Sitzabstand, Licht und Ruhe sind entscheidend. Ein eigener Raum ist besonders dann hilfreich, wenn andere Personen gleichzeitig zu Hause sind.
Größer am Stadtrand oder kleiner im Zentrum?
Vergleichen Sie beide Varianten anhand derselben Raumliste und einer vollständigen Haushaltsrechnung. So erkennen Sie, welche Wohnung Ihren Alltag besser unterstützt.